Der Schützenheimbau
Als sich 1977/78 langsam abzeichnete, dass das Bräuhaus als öffentliche Gastwirtschaft aufgegeben werden sollte, musste man sich Gedanken über ein eigenes Schützenheim machen. Ab 1978 wurde mangels Pächter der Gastwirtschaftsbetrieb schon vom Verein selbst übernommen. Im Verein und in der Vorstandschaft wurden intensiv verschiedene Vorschläge und Planungen diskutiert: der Ausbau des Dachgeschosses in der „neuen“ Schule (heute: Kindergarten) an der Straße nach Burgheim, ein Neubau im „Turnplatz“ (beim Feuerwehrhaus) und schließlich ein Neubau an der „Schinderliesl“, am alten Fahrweg nach Wengen, wo in früheren Zeiten die Kadaver verendeter Tiere vom „Schinder“ vergraben wurden. Ein Neubau auf dem gemeindeeigenen Platz an der „Schinderliesl“ erwies sich letztendlich als die praktikabelste Lösung, zumal man räumlich nicht so eingeengt war, wie an den alternativen Standorten. Bei der Mitgliederversammlung am 17. Dezember 1978 beschlossen die anwesenden 56 Mitglieder mit 90%-iger Zustimmung den Bau des Heimes. Bereits zum Jahreswechsel 1978/79 konnten aus der aufgelassenen Ziegelei Schweitzer Restbestände von Ziegelsteinen für den Bau herausgeschafft werden. Da während der Planungen Vorstand Johann Sedlmeir zurücktrat, musste am 19. Mai 1979 in einer außerordentlichen Generalversammlung ein Nachfolger gewählt werden. Vitus Endter übernahm diese Aufgabe und unter seiner Führung konnte das Bauvorhaben

Spätherbst 1980: der Rohbau wurde gerade noch vor dem Winter fertig


zügig durchgezogen werden, tatkräftig unterstützt von vielen Helfern, die bis zur Fertigstellung ca. 15 000 Arbeitsstunden leisteten. Planerstellung und Statikberechnungen erfolgten kostenlos durch den Architekten Anton Fuchs aus Rain. Im August 1980 wurde mit dem Bau begonnen. Innerhalb von drei Monaten stand der Rohbau, für den bereits 4500 Helferstunden aufgewendet wurden. Rohbau, Fuhrdienste und Innenausbau wurden allesamt mit freiwilligen Leistungen erbracht. Ein Großteil des Baumaterials wurde gespendet. Manche Helfer verbrachten viele hundert Arbeitsstunden auf dem Bau, allen voran Bauleiter Jakob Augustin, der bereits von seiner schweren Krankheit gezeichnet, stets auf dem Bau präsent war.

Ehrenmitglied Georg Zach sen., ver- Ehrenmitglied Jakob Augustin, ver-
storben 1. Januar 1999 storben 7. August 1984.

Die Ehrenmitglieder (v. l.) Vitus Endter, Anton Löffelmeier (verstorben 17.11.2004), Johann Sedlmeir und Adolf Merz machten sich nicht nur beim Schützenheimbau, sondern in vielfältiger Weise um den Schützenverein Almenrausch Gempfing-Überacker verdient.


Schützenheim-Weihe am 5. September 1982 durch Pfarrer Wolfgang Steiner, mit auf der Terrasse Schützenmeister Vitus Endter, die Fahnenabordnung und einige Vereinsmitglieder
Im Frühjahr 1982 wurde mit der Anlage der Außenanlagen begonnen. Am 1. Mai hielt man bereits einen Maitanz im neuen Schützenheim ab, während a. n den Außenwänden noch die Folie für den Putz klebte. Die Einweihungsfeier fand bei schönen Wetter am 4. und 5. September 1982 statt. Anwesend waren der Patenverein Unterstall, die Patenkinder Kunding und Bayerdilling sowie die umliegenden Schützenvereine aus Etting, Marxheim, Thierhaupten, Riedheim, Reicherstein, Rain, Staudheim, Münster und Oberndorf sowie die Freiwilligen Feuerwehren aus Mittelstetten, Kunding und Gempfing, der Soldaten- und Kameradschaftsverein Gempfing und die Jugendgrupe Gempfing. Den Festgottesdienst von der Terrasse des neuen Heimes zelebrierte Ortspfarrer Wolfgang Steiner. Am Kinderspielplatz war ein Zelt aufgestellt, dessen Bewirtung die Schützenfrauen übernommen hatten. Als Festkapelle agierte die Stadtkapelle Rain. Anlässlich der Einweihung ließ die Sparkasse Burgheim Münztaler in Gold und Silber prägen; den Überschuss aus dem Münzverkauf spendete die Sparkasse an den Verein.

Erinnerung an die ehemalige Küche beim „Bräu“, v. l. Helene Merz, Sieglinde Zach, Christa Sedlmeir, Wally Sedlmeir, Rosemarie Endter und Uschi Peters.

Die großen Hoffnungen, dass mit dem neuen Heim auch das Wirte Problem bald gelöst sein würde, sollten sich als trügerisch erweisen. Im Sommer 1983 konnte zwar in Hans Maier ein neuer Pächter gefunden werden (Eröffnung am 24. Juli), doch schon im Dezember mussten die Vereinsmitglieder wieder reihum selbst die Bewirtschaftung übernehmen. Vom 1. April 1991 bis Mitte 2001 führten das Ehepaar Oskar und Paula Fürderer das Schützenheim.
Dass natürlich der Bauunterhalt des Schützenheimes und die Pflege der Außenanlagen auch weiterhin ohne freiwillige Helferleistungen nicht zu leisten sind, versteht sich von selbst. Hier ist immer wieder das Engagement der Mitglieder gefordert. So wurde 1986 die Auffahrt zum Schützenheim gepflastert, 1992 wurde eine Garage an das Haus angebaut, 1994 musste die Fassade geweißt werden, 2004 wurden die Schießstände auf den neuesten sicherheitstechnischen Stand gebracht und die Beleuchtung wurde verbessert.
(VerfasserAdalbert Riehl)